Carl Adrian Alexander Mohr  R6

∗ 04.07.1892 Frankenberg/Eder

† 08.02.1974  Athen
Grabstätte in Trier

Eltern:
Anton Mohr    *1855 †1932
Marie von Beulwitz   *1863 †1956

 

Geschwister:
Elisabeth Mohr  *1889 †1947
Adrian Mohr  *1893 †1978

∞ Anfang 1932 Athen
Elsa Kahn
*1909 †1984

Kinder:
keine

1897 Alexander mit seinem Bruder Adrian

1900 Alexander mit Vater Anton Mohr und Geschwistern Adrian und Elisabeth

1915 Rittmeister Alexander Mohr mit Adrian

um 1950 Alexander mit seinem Bruder Adrian

Lehnert-Leven, Christl: Alexander Mohr (1892 – 1974) : der Maler mit den Flügelschuhen ; [die Publikation erschien anlässlich der Ausstellung „Alexander Mohr – der Maler mit den Flügelschuhen“ im Städtischen Museum Simeonstift Trier, 16. Dezember 1996 bis 31. März 1997, und im Mittelrhein-Museum Koblenz, 30. April bis 1. Juni 1997] / Christl Lehnert-Leven. – Trier : Selbstverlag des Städt. Museums Simeonstift Trier, 1996. – 410 S. ISBN 3-930866-07-2

Der folgende Text entstammt diesem Buch (Seiten 402 und 403) und wird von mir verwendet mit freundlicher Genehmigung der Autorin vom 04.01.2019.

Alexander Mohr – Kurzbiographie

1892 Geburt am 4.Juli 1892 in Trier (Version des Künstlers), tatsächlich in Frankenberg/Eder, dem damaligen Dienstsitz des Vaters, des Kgl. Oberförsters und Rittmeisters a. D. Anton Mohr. Wie dieser stammt auch die Mutter Marie Mohr geborene von Beulwitz aus dem Trierer Großbürgertum.
1893 Umzug der Familie Mohr nach Koblenz, wo der Vater die Leitung der Kgl. Oberförsterei am Kastorhof übernimmt. Zahlreiche Besuche bei den Großeltern von Beulwitz im sog. Haus Helfenstein in Trier, Stockplatz 2.
1900 Aufnahme Alexander Mohrs in das Kaiserin-Augusta-Gymnasium (heute Görres-Gymnasium in Koblenz.
ab 1905 Privater Zeichen- und Malunterricht bei dem damals in Koblenz lebenden Maler William Straube (1871-1954), einem Mitglied der legendären „Académie Matisse“.
1911 Abitur, „Berufswunsch Heeresdienst“.
1911-14 Kriegsschule, Ausbildung zum Kavallerieoffizier.
1914-18 Teilnahme am Ersten Weltkrieg, Einsätze an der Ostfront, in der Türkei und in Palästina. Nach Kriegsende Entschluß zum Leben als freischaffender Maler.
1919 Erstes Atelier in Koblenz in der „Oberförsterei“. Als Schüler Adolf Hölzels (1853-1934) in Stuttgart und im Kreis rheinischer Expressionisten in Düsseldorf. Illustrationen zu Carl Maria Webers Künstlerbuch „Der ekstatische Fluß – Rheinklänge ohne Romantik“.
1920 Beginn der lebenslangen Freundschaft mit dem aus Koblenz stammenden deutsch-französischen Schriftsteller Joseph Breitbach¹ (1903-1980).
1922 Pensionierung des Vaters und Rückkehr der Familie Mohr nach Trier in das Anwesen der Großeltern am Stockplatz, wo er auch sein Atelier einrichtet. Teilnahme am ersten Kongreß der „Union fortschrittlicher internationaler Künstler“ in Düsseldorf. Aufenthalte in Berlin, Mitglied der Berliner „Novembergruppe“, Bekanntschaft mit den Kunsthändlern Alfred Flechtheim und Wilhelm Uhde.
1925-31 Jährlich mehrmonatige Studienaufenthalte in Paris mit drei Einzelausstellungen in den Jahren 1927, 1929 und 1930. Über die Bekanntschaft mit Max Jakob gewinnt er Zugang zu dem Künstlerkreis um Pablo Picasso, über den Freund Joseph Breitbach zu dem Literatenkreis der „Nouvelle Revue Française“, u.a. zu Jean Schlumberger, André Gide und Julien Green. Es entstehen die nie ausgestellten Collagen, aber auch Figurenbilder, Parisansichten und mythologische Motive.
1930 Zu Vergils 2000. Geburtstag illustriert er einen Privatdruck der „Bucolica“ mit goldgehöhten Gouachen.
1925-30 Große Reisen nach Ungarn, Spanien, Italien und der Schweiz.
1931 Erste Reise nach Griechenland auf Einladung eines Kriegskameraden.
1932 Heirat mit der 18 Jahre jüngeren Deutsch-Griechin Elsa Kahn aus dem Umfeld der AEG-Gründerfamilien Rathenau und Deutsch, Übersiedlung nach Athen.
1932-41 Jährliche Rückkehr in die Heimat mit jeweils mehrmonatigen Aufenthalten in Trier und Merzig (bei Bruder Adrian Mohr), teilweise auch in Paris. Parallel zueinander entstehen so die zahlreichen griechischen Ansichten und die Motive von Mosel und Saar, die in Ausstellungen in Deutschland und in Athen gezeigt werden.
1939 Letzte Einzelausstellung in Paris.
1941-49 Aufenthalt nur in Griechenland. Der Zweite Weltkrieg und der griechische Bürgerkrieg verhindern die gewohnten Reisen. Elsa Mohr organisiert das „Überleben“.
1950-53 Lebt für vier Jahre durchgehend in Paris in einem von der Familie Schlumberger zur Verfügung gestellten Atelier und in engem Kontakt zu dem seit 1931 in Paris ansässigen Freund Joseph Breitbach.
ab 1953 Rückkehr nach Athen und Wiederaufnahme des alten Reiserhythmus. Jährlich mehrmonatige Aufenthalte in Paris und im Saarland. Zahlreiche Portraitaufträge in ganz Westeuropa („Reisemaler“), malt u.a. auch im Jahre 1956 ein Bildnis des Schriftstellers Ernst Jünger.
ab 1958 Erneute Hinwendung zu mythologischen Bildthemen, Illustrationen zu Ovids Metamorphosen, nun erstmals als Ölgemälde.
1973 Letzte Reise „in den Norden“, wo er seit Jahren im Schloß Hilbringen in Merzig Aufnahme findet.
1974 Am 8.Februar 1974 stirbt Alexander Mohr nach kurzer Krankheit in Athen und wird dort auch begraben.

Anmerkung von mir:
1) siehe auch die Briefe von Joseph Breitbach an Alexander Mohr in:
Joseph Breitbach: Die Wandlung der Susanne Dasseldorf / Ich muß das Buch schreiben… Briefe und Dokumente zu Joseph Breitbachs Roman »Die Wandlung der Susanne Dasseldorf« , Wallstein-Verlag 2006, ISBN-10: 3-89244-930-9 
Hier in einer Google-Books-Vorschau.